07
Jul

Interessantes Statistikverständnis bei der Internet World in der neuen Ausgabe.

Und ein klassisches Beispiel, dass gleiche Daten / Fakten und gleiche Aufbereitung nicht immer zu gleichen Schlüssen führen (müssen).

Quelle Internet World 14/09

Quelle Internet World 14/09

Die IWB deutet diese Zahlen so, dass die Befragten Experten BING eine reelle Chance einräumen gegen Google.

Ich sehe da eher folgendes: 11% trauen BING zumindest einen Teilerfolg zu, weitere 12% sind sich nicht sicher (bei der Dominanz von Google fast auch ein Teilerfolg), 28% sagen, dass Search in 5 Jahren ganz anders funktionieren wird, was sagt uns das über die Einschätzung ob BING erfolgt hat oder nicht?
Und das kann ich mir auch gut vorstellen. Ganz anders – wie anders? Keine Ahnung, aber im Zweifel basierend auf einer Technologie “Made with pride in Mountain View, Ca.”

Tja liebe IWB, eure “ebenso viele[n] Befragte[n]“, die sich “sicher [sind], dass die Macht des Suchmaschinenkonzerns aus Mountain View mithilfe von Bing gebrochen werden könnte und neue Suchverfahren das Web erobern werden” finde ich in dieser Konstellation nicht wieder.

Auch wenn wir uns alle Wettbewerb im Search Markt erhoffen und Microsoft sicherlich für viele als Ritter in schimmernder Rüstung gilt, der Googles Monopol brechen könnte – diesen Wettbewerb herbei zu reden, macht sicherlich keinen Sinn.

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28
Nov

Ich lese zuviel. Genauer: Ich lese zuviel Belletristik, zu viele Romane und zu wenig fachbezogenes. Das wurde mir klar als ich erst durch eine Status Meldung in der Business Bravo auf den Leitartikel der IWB 24/08 aufmerksam wurde, die schon seit einigen Tagen in meiner Inbox schlummerte.

“AFFILIATE BETRUG NIMMT ZU” ist dort zu lesen. Uiiiih, das klingt gefährlich. Eine der Kerndisziplinen des Performance Marketings im Fadenkreuz…

Ich möchte garnicht zu sehr auf den Artikel eingehen, das ist an anderer Stelle schon erledigt worden, ich kann aber nur zustimmen, dass ich nach dem ersten Zeilen dachte: “Hallo, last-cookie-wins (LCW), dynamische Landmarks – schon mal davon gehört? Und wo ist das Problem bei massiven Traffic, wenn ich dafür (außer der genannten Serverlast) keine Kosten habe?”

Die Sichtweise, dass hier nur schmutzige Wäsche gewaschen werden soll, um schwindende Anteile an den (Online-)Marketingdollars für die “klassische” Internetwerbung wiederzugewinnen, scheint auf der Hand liegend und logisch.

Aber ein beliebtes Sprichwort schießt mir in den Kopf, wenn ich die Reaktionen auf den Artikel lese: das von den getroffenen Hunden, die bellen. Nein, damit möchte ich nicht sagen, dass Herr Bscheid absolut richtig liegt und die Affiliate Menschen dieser Welt endlich an den Pranger stellt an den sie gehören.

Sowohl die “Anschuldigung” durch den Artikel der IWB als auch die Reaktion auf Seite der Affiliate Fürsprecher zeigt die Trennung zwischen klassischer Vermarktung und Performance Marketing, die sich aktuell wie ein roter Faden durch die Onlinebranche zieht: Zwei Parteien beackern den Onlinemarkt, man weiß der andere ist da aber so richtig kennen, verstehen oder mögen kann man sich scheinbar nicht.

Schade eigentlich, da aus meiner Sicht bei Seiten ihre Daseinsberechtigung haben. Die klassische Onlinevermarktung hat es sicherlich einfach mit “klassischen” Marketinglern zu sprechen (Reichweite, TKP / CPM das sind vertraute Größen) dafür kann das Performance Marketing mit dem Versprechen “keine Leistung ohne Gegenleistung” ins Rennen gehen und hat ihre Erfolge auch wenn es vielleicht etwas schwierig ist für den im Artikel zurecht genannten durchschnittlichen Marketing-BWLer die Technik dahinter zu verstehen.

Beide bieten Vorteile für den (werbetreibenden) Kunden und müssen genutzt werden – die einen für das Branding und die anderen für den Abverkauf.

Reichweite Einkaufen ohne per SEA oder Affiliate Marketing für den Abverkauf zu sorgen wäre aus meiner Sicht ungefähr so wie TV und Print zu schalten ohne Ladengeschäfte oder Katalog zu haben.

Und Performance Marketing kann ohne “offline” oder Reichweiten Support auch wenig ausrichten. Wie wollen den die als Referenz für starke Affiliates genannten Vergleichsseiten etwas Verkaufen, dass sich vorher in die Wahrnehmung des Kunden zur Produktgruppe XYZ gebracht hat.

Ander gesagt – wie viele Käufer für Ipods & Co.würde billiger.de im Jahr an Händler vermitteln wenn die Firma Apple weniger gutes Marketing im Bereich Kommunikation und Produktpolitik gemacht hätte?

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