Die Tui versucht heute per Pressemitteilung in Sachen Innovativität zu punkten. Aber wo in anderen für den Onliner relevanten Gazetten, Blogs und Magazinen darüber berichtet wird, dass Second Life unter Bevölkerungswachstum leidet und dass auch die Marketingaktivitäten der Firmen zurückgehen bzw. auch gerne mal komplett eingestellt werden, da geht der Plan der TUI irgendwie nach hinten los. Da ist Innovation wohl in den Wirrungen der Konzernstruktur verpufft, schade aber auch.
Einen sehr interessanten Beitrag in der Kolumne von Bernd M. Michael aus der absatzwirtschaft möchte ich nicht unerwähnt lassen. Unter dem Titel >>Zukunft – oder “Viel Lärm um Nichts” << findet sich hier viel lesenswertes zum Konsolidierungswelle bzw. dem Einkaufswahn einiger Offliner um in den Online Bereich (idealer Weise dann gleich in totaler Web 2.0 Fähigkeit) zu drängen aber auch über die Chancen der immer noch “neuen” Medien sich aus alten Budgettöpfen zu bedienen, wenn denn die Beweisführung per Tracking und Kennzahl ordentlich geführt wird, dass online spendings sinnvolle spendings sind.
Schaffe, schaffe Häusle baue bleibt wohl ein Offline Phänomen. Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann – nein werde ich nicht der Nachtruhe beraubt sondern dann denke ich an ein Volk der Heimwerker und Bastler statt der Dichter und Denker.
Was aber so in der gemeinen Offline Welt gut funktioniert und auch massiven Werbedruck in TV verbreitet (Hornbach, Praktiker, Hagebau) und in der Einkaufsszenerie der Großstädte eine feste Größe ist, das funktioniert online so scheinbar garnicht.
Seltsam oder? Aber Obi@Otto war nix und jetzt geht hagebau mit Otto an den Start. Man darf ihnen Glückwünschen, den im Gegensatz zum boomenden Onlineshopping Sektor, der Wachstumsrekorde noch und nöcher aufweist, hakt es scheinbar bei den D-I-Y Zulieferen. So schloß Max Bahr zum Ende des Juni 2007 seinen Onlineshop aus wirtschaftlichen Gründen und bietet lediglich auf der Website nur noch Flyer Download,Filialsuche und D-I-Y Tipps. Vielleicht nur zwei Ausnahmen aber ich kenne keine Gegenbeispiele – ihr vielleicht? Finde ich befremdlich, dass es scheinbar nur schleppt. Hat einer mal nen Grund parat? Immer raus damit – feel free!
Für Portale und Tipps und Tricks der User Generated Content Marke sehe ich genau wie im Koch-Bereich auch hier einiges an Möglichkeit um die große Kundenbindungskelle zu schwingen.
Ich mag die Telekom nicht **PUNKT!**
Das hat nichts mit verbranntem Aktiengeld in den 90ern zu tun oder dem nervinge Tütütelütüt Sound augenfeindlichem Magenta. Das ist einfach so eine gefühlte negative Grundhaltung. Muss ja auch mal sein.
Und wenn ich mir das Elend um die “Fast-Food”, Discounter, Billig Marke congstar angucke, dann wird das auch nicht besser.
Halte ich für nicht gerade ein sehr gelungenes Beispiel in Sachen Markenführung. Seit etwa einem Jahr ist die Marke congster (noch mit “e” geschrieben als Sponsor des FC St.Pauli am Millerntor vertreten. Die machen Resale DSL war ich mir sicher, hab mich nie drum gekümmert, allderweil ich glücklicher Alice Kunde etc.
Und jetzt wird mir nach gut einem Jahr klar, dass das alles nur Vorlauf Zeit war, das man jetzt als T-Com Billy Billig Ableger an den Markt geht und sich im Zuge dessen noch mal ein Re-Branding gönnt. Aus Congster wird Congstar.
Muss ich nicht verstehen oder? Überholte Offline Werbung aller Orten, zwei verschiedene Domains congstar und congster mit unterschiedlichen Inhalten, Verwirrung in allerlei Foren … in der Summe lassen mich diese Dinge nur denken – naja, T-Com halt.
Und mal ganz ehrlich. Der alte Claim “Don’t be a user – be a congSTER”, wer sich den ausgedacht hat ohne auf “be a congSTAR” zu kommen… respekt…
Kommen wir zur vertieften Betrachtung der Web 2.0 Fähigkeit des Christentums.
Wie bereits erkannt, hat das Christentum in Sachen User Generated Content eine sehr ausgeprägte Anti-Haltung, schade eigentlich
Schauen wir uns einen weiteren Faktor an – die Bezeichnungen der (v.a. leitenden) Angestellten. Für eine richtiges Multimedia | Web-Two-Dot-Zero kompatibles Unternehmen gehören eben auch die passenden Berufsbezeichnungen. Ihr wisst schon : firmenaffines Humankapital statt aalglatter Anzugdepp, aus dem leitenden Sales Mökel wird der Senior Business Development Manager etc.
Ich sage es nicht gern, aber auch hier punktet das Christentum nur seeehr bedingt.
Wenn wir uns da mal gleich den Junior Chef angucken: Jesus von Nazareth. Heiland, Erlöser, Messias sind die gängigen und durchaus auch sehr schmissigen Titel. Aber die sind leider nicht wirklich brauchbar für unsere Untersuchung. Stellen wir uns vor, dass Christentum schreib nen Pitch um seine Corporate Website überarbeiten zu lassen und dann rauschen die Agenturen an und es hagelt Visitenkarten von Senior Key Account Managern, Senior Content Developern, Executive Sales Directors etc.
Also mal ehrlich, wenn man dann mit dem Titel Jesus von Nazareth, Messia auf der Business Card punkten will, dann sieht das denke ich eher schlecht aus. So richtig Web 2.0 (mit starker Tendenz zu Web 13.0) wäre der Titel Junior Vice President Faith & Salvation.
Und die Evangelisten sollten auch mal ganz dringend zu Chief Blogging Officers umgetauft werden!